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Gesundheit

Für eine Pizza nach dem Turnier?

19 Juli 2022
2 min Lesezeit

Nach dem Ende von Kinderturnieren kommt es vor, dass die Spieler Pizza essen. In anderen Fällen gehen sie mit ihrem Trainer in ein Fastfood-Restaurant. Sollten wir daran etwas auszusetzen haben? Oder sollten solche Situationen auf keinen Fall auftreten?

Pizza nach einem Turnier klingt harmlos genug. Schließlich haben die Kinder auf dem Spielfeld hart gearbeitet und eine Menge Kalorien verloren, also ist es die einfachste und angenehmste Art, dies mit etwas Leckerem wieder auszugleichen. Und was könnte für ein Kind schmackhafter sein als leckeres Fast Food?

In einer idealen Welt würden junge Athleten nach einem Wettkampf vielleicht im Kreis sitzen und gemeinsam Gemüse essen, aber man kann nicht von einem Extrem ins andere gehen. Können die Kinder nach dem Spiel mit dem Trainer Pizza essen?

Wenn wir das Pizzaessen unter dem Gesichtspunkt der Erholung betrachten, nicht unbedingt. Andererseits bin ich mir bewusst, dass diese Produkte in der Gemeinschaft einfach mit einer Belohnung verbunden sind. Vielleicht hat es einen psychologischen Bezug, aber Essen sollte nicht mit einem System von Strafe und Belohnung verbunden sein. Dies verzerrt die Wahrnehmung des Kindes für dieses Lebensmittel. Ich denke, es sollte andere Produkte geben– erklärt Slawomir Kula, Sporternährungswissenschaftler.

Aber ist es nicht so, dass die Trainer nach Wettkämpfen genau diese Worte sagen? Hat nicht jeder von uns mindestens einmal nach einem Spiel gehört: “Du hast es verdient”?

Wir bauen den Glauben auf, dass eine Pizza oder ein weiterer Hamburger eine Belohnung für die geleistete Arbeit ist. Und mit der Zeit, nach Wettkämpfen, Turnieren und Spielen, verlangt das Kind sogar, dass der Trainer Platz für eine weitere Belohnung findet. Für Kinder ist es dann sehr schwer, Nein zu sagen.

Andererseits ist uns aber auch nichts Menschliches fremd. Denn wer von uns Erwachsenen gönnt sich nicht ab und zu mal ein nicht ganz so gesundes Essen? Alles ist für Menschen. Diese Lebensmittel sind nicht verboten, man muss nur daran denken, sie in Maßen zu verzehren. Das Gleiche gilt für Süßigkeiten.

Ob Sportler, Erwachsener oder Kind, Süßigkeiten haben natürlich ihren Platz, aber der Teufel steckt im Detail. Es geht nur um Quantität.

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Ab und zu einen Schokoriegel, Süßigkeiten oder ein paar Tafeln Schokolade zu essen, ist in Ordnung. Wenn jedoch regelmäßig z. B. Chips verzehrt werden und jeden Tag eine Packung auf dem Speiseplan des Kindes steht, ist dies eine äußerst unratsame Maßnahme. Abgesehen von den Kalorien selbst, stellt sich auch die Frage nach den Inhaltsstoffen, die sich negativ auf den Körper auswirken. Solche Produkte müssen begrenzt werden, betont Kula.

Doch halt, halt! Was ist mit Profispielern, die nach einem Spiel auch mal etwas Ungesundes essen? Was ist mit Leonardo Bonucci, dem Star der Euro 2020, der nach dem Sieg Italiens im Finale auf der Pressekonferenz… Coca-Cola getrunken hat!

Profisportler halten sich an ein Ernährungsregime. Das bedeutet, dass sie zu 100 Prozent auf die als ungesund geltenden Lebensmittel wie Pizza, Eiscreme oder Chips verzichten. Sie ernähren sich von so genannten sauberen Produkten. Kohlenhydratquellen sind für sie verschiedene Arten von Nudeln, Reis oder Süßkartoffeln. Sie essen auch mageres Fleisch oder mageren Fisch und ergänzen die Fettsäuren mit Nüssen und verschiedenen Ölen. Diese Art der Ernährung kommt den Sportlern bei ihrer täglichen Arbeit zugute. Eine solche Herangehensweise führt dazu, dass sie kulinarische Defizite und den Wunsch verspüren, etwas Ungesundes zu essen. Daher ist es nicht schlecht und sogar ratsam, dies in ihre Ernährungsstrategie aufzunehmen, erklärt der Sporternährungswissenschaftler Paweł Baran in einem Interview mit den Medien des Vereins Wisła Kraków.

Wir schreiben also einerseits über den Aufbau einer schlechten Essgewohnheit und andererseits über ein Hindernis, selbst für Profis. In diesem Fall: Sind Pizza und andere Produkte nach dem Spiel eine gute Idee? Das kommt darauf an. Denn wenn die Kinder ihren täglichen Speiseplan strikt einhalten und die Eltern ihnen kein Junkfood anbieten, schadet ihnen ein Ritual nach dem Spiel überhaupt nicht.

Außerdem essen manche Spieler mehrere Stunden vor einem Spiel gezielt etwas Ungesundes. Und warum? – Es handelt sich um eine Mahlzeit, die dem Körper einen starken Energieschub gibt. Wir führen zum Beispiel Pizza, Sushi oder einen Hamburger in eine solche Diät ein. Wenn die gesamte Diät vorher sauber durchgeführt wird und 24 Stunden vor einer sehr starken Anstrengung eine solche Pizza verzehrt wird, hat der Fußballer nicht nur Vorteile in Bezug auf die zusätzliche Energiezufuhr des Körpers und die bessere Verteilung der Kalorien in den Muskeln, sondern auch einen positiven Einfluss auf den psychologischen Aspekt. Ähnlich verhält es sich nach dem Spiel, wo der Spieler nach vorheriger Nahrungsergänzung eine solche Mahlzeit zu sich nehmen kann, um den Energieverlust während des Spiels auszugleichen, erklärt Baran.

Erinnern Sie sich an Luis Nazario de Lima oder den “fetten Ronaldo”? Wussten Sie, dass er nach jedem Spiel eine Pizza gegessen hat? Und obwohl er es sich während seiner Karriere nicht anmerken ließ, traten seine negativen Essgewohnheiten nach seinem Karriereende zutage. Dank ihnen verdiente er sich… einen neuen Spitznamen.

FCapp Team
ÜBER DEN AUTOR

Ein Team von Sportbegeisterten, insbesondere Fußball. Die Texte werden grundsätzlich vom gesamten Team geschrieben, manchmal auch in Zusammenarbeit mit externen Redakteuren, die mit der Fußballgemeinde verbunden sind.

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